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Gefahr?! Kinderzimmer und Spielzeug PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Ronald Lips   
Mittwoch, 7. Januar 2009

Gefahr ?! Kinderzimmer und SpielzeugTestergebnisse der Bundesanstalt für Materialforschung liefern erschreckende Ergebnisse.

Spielzeug aus Kunststoffen brennt leicht, rasend schnell und unter einer enormen Rauchentwicklung. Matratzen schneiden ebenso schlecht ab. Forscher, Feuerwehr und Versicherungswirtschaft fordern nachdrücklich: Es sind endlich einheitliche Schutzmaßnahmen in Deutschland einzuführen.

Die Kinder haben die funkensprühende Wunderkerze nur kurz an das Spielzeugauto gehalten. Sie wollten nur einmal ausprobieren, ob es anfängt zu brennen.

Das Spielzeug fängt schnell Feuer, rasend schnell. Die Flammen gehen von selbst nicht mehr aus. Vor Schreck lassen die Kinder es fallen. Das brennende Fahzeug liegt nun zwischen weiteren Speilzeugen - fast alle auch aus Kunststoff.
Schnell greift das Feuer über - Wohnungsbrand!
Die Familie kann sich gerade noch rechtzeitig in Sicherheit bringen und die Feuerwehr alarmieren.

Rund 20-mal täglich brennt irgendwo in Deutschland eine Wohnung, weil Kinder oder Jugendliche gezündelt haben. Das sind rund 7.500 derartige Bandfälle im Jahr. Deshalb ist es laut GDV-Experten sehr wichtig, möglichst frühzeitig mit der Brandschutzerziehung zu beginnen.

Jährlich sterben im Schnitt allein bei Wohnungsbränden etwa 600 Menschen. Hinzu kommen noch die Sachschäden.

Im Jahr 2006 wurden in Deutschland 520.000 Brände gemeldet. In vielen Fällen haben Kinder unter 14 Jahren das Feuer beim Experimentieren verursacht. Der GDV hat deshalb bei der Bundesanstalt für Materialforschung in Berlin (BAM) eine Untersuchung zu Brandgefahren in Kinderzimmern in Auftrag gegeben. Damit soll auf das Brandrisiko in Kinderzimmern hingewiesen werden. Es besteht Handlungsbedarf. Die EU-Verwaltung in Brüssel forderte bereits im Januar 2008, die Sicherheitsauflagen für Spielzeuge zu verschärfen, um Kinder besser zu schützen.

Über die Testergebnisse der BAM staunten sogar erfahrene Materialforscher. Besonders über die Geschwindigkeit, mit der der verwendete Kunststoff brennt. Bei einer Präsentation der gewonnenen Erkenntnisse bestätigte sich, dass Holzspielzeug wesentlich schwerer entzündbar ist. Sollte dieses doch einmal passiert sein, brennt Spielzeug aus Holz langsamer und kontrollierter als Kunsstoffspielzeug.

Dies ist besonders wichtig für die zur Verfügung stehende Zeit zur Flucht aus einer brennenden Wohnung. In den 1980er Jahren hatten die Menschen bis zu 17 Minuten Zeit, eine brennende Wohnung zu verlassen. Heute bleiben lediglich ca. 2 bis 4 Minuten bis giftiger Brandrauch und die sich ausbreitenden Flammen eine Flucht unmöglich machen. Verantwortlich dafür ist der stark gestiegene Kunststoffanteil in deutschen Durchschnittswohnungen.

Auch in Kinderzimmern ist dies der Fall. Welche Auswirkung das hat, wird mit einer Wunderkerze und einem Spielzeugbaustein aus Kunststoff verdeutlicht. Die Wunderkerze brennt mit bis zu 1.080 °C. Diese extreme Temperatur wird von vielen Menschen unterschätzt. Nach wenigen Augenblicken brennt der Plastikstein und wird zu weiteren Steinen in einen Behälter gelegt. Schnell breitet sich der Brand aus und greift über. Der Kunststoff schmilzt, durch ein entstandenes Loch schlagen Flammen nach oben. In einem Kinderzimmer hätte ein solches Feuer fatale folgen. Nicht einmal 5 Minuten dauert es, bis Stichflammen einen Meter hoch schlagen. Die Hitzestrahlung steigt dramatisch an. Zum Glück ist dies nur ein Versuch im Labor. Ein Zimmer wäre bereits stark verraucht und die Luft voller schwarzer Fasern. Ein Atmen wäre zu diesem Zeitpunkt schon unmöglich.
Kunststoffe brennen heißer als Holz. Es herrschen Temperaturen um 1.000 °C.

Dieser kleine Versuch macht die Brandgefahren von Kunststoffen, wie sie in Kinderspielzeug vorkommen, deutlich. Er ist leicht entflammbar und das Feuer breitet sich schnell aus. Zusätzlich entwickeln sich hoch giftige Rauchgase.

Offenes Feuer hat in Kinderzimmern nichts zu suchen! Zudem wird deutlich, dass Brandschutzerziehung einen höheren Stellenwert bekommen muss.

 

 



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